Freitag, 26. April 2013

The Ocean - Pelagial (Track by Track Tauchgang)

The Ocean sind zurück und zwar mit ihrem Manifest an sich selbst. Nach dem letzten Doppelalbum, das sich um die Gestirne, den Kosmos und den Menschen drehte, entfernt man sich auf der neuen Scheibe "Pelagial" langsam von den Gestaden und taucht tief in den Ozean. Ja, man kann Konzeptalben furchtbar pathetisch oder aufgeblasen finden und in seltenen Fällen mag diese Anklage sogar berechtigt sein, aber was das Berliner Kollektiv, das mittlerweile eine richtige Band geworden ist,  abliefert, überzeugt mit viel Abwechslungsreichtum.
Für eine Sitzung mit der Platte empfiehlt es sich, Ruhe, Konzentration und am besten viel Zeit mitzubringen, denn leichte Kost ist "Pelagial" nicht. Das Konzept, zu jeder Schicht des Wassers einen oder mehrere Songs zu schreiben, ist einfach, aber genial. Auf "Precambrian", die ich für die bisher stärkste Veröffentlichung halte, wurden wir noch durch die Erdzeitalter geschickt und nun geht es nach unten.
Dabei fängt das Album noch recht entspannt an. In der obersten Wasserschicht, dem Epipelagial bzw. dem Song Epipelagic, begegnen uns seichte und verspielte Klaviertöne. Dazu mischen sich maritime Soundeffekte und schon zirpen die ersten Gitarrenklänge von Into The Uncanny, leiten die nächste Schicht ein und orchestrieren eine breite Gitarrenwand. Der großartig eingesetzte Bass sorgt für den nötigen Druck, den wir in mittlerweile 1.000 Metern Tiefe spüren, und der Gesang setzt ein. Zugegeben, in der Vergangenheit hatte ich so meine Probleme mit Loic Rossetti, aber ich konnte mich an ihn gewöhnen und was er auf dem urpsprünglich als komplettes Akustikalbum geplanten "Pelagial" abliefert, ist richtig stark. Die weiche und variable Stimme schmeichelt zunächst den Ohren, bevor es gegen Ende deutlich tosender wird, je dichter wir dem Bathypelagial kommen. Besonders hervorheben möchte ich die Harmonie der Bassgitarre mit dem Gesang. Das ist wirklich unglaublich toll herausgearbeitet und man sollte darauf achten. Es klingt fast so, als wenn sich der Gesang in dumpfen Blasen gen Licht bewegt. Der epische Refrain, der im Grunde gar keiner ist, setzt dem Song dann auch schon die Krone auf und lässt ihn zu einem der beiden stärksten Songs auf der Platte werden. Außerdem ist ein Riff am Start, das gefährlich nach Mastodons "Circle of Cysquatch" klingt, aber sich völlig homogen in das gesamte Klangbild einfügt.
Es folgt mit Impasses der nächste Song und die zunächst hoffnungsvollen und leichten Melodien werden langsam durch stampfende Rhythmik abgelöst. Die Gitarren klingen verzweifelter, der Klargesang entweicht. Unterbrochen wird der eher rabiate Tauchgang in die 4.000 Meter tiefe Schicht durch ein Klavierinterlude und walgesangartige Gitarren. Etwa nach der Hälfte bricht dann aber wieder das Inferno, mit einem sehr eingängigen Riff, herein und im Hintergrund flankieren einige Soundeffekte den Abstieg. Der Song ist zwar sehr gut, aber nicht ganz so eingängig und benötigt einige Wiederholungen, bevor er sich festsetzt. Der letzte Teil mit Stakkatogitarren leitet über zum nächsten Song, The Wish in Dreams. Wir befinden uns immer noch im Bathypelagial und das hört man auch an dem bereits erwähnten Mastodon-Riff, das plötzlich wieder auftaucht und stampfende Drums mit sich zieht. Außerdem ist der Refrain erneut ganz groß. Witzigerweise wiederholt sich der Schluss des vorherigen Songs hier in einer härteren Variante. 

Eine kurze Klavierpassage leitet zu Disequilibrated über und hier wird zum ersten Mal so richtig losgedroschen. Knüppelschlagzeug, messerscharfe und schnelle Riffs gesellen sich zu geknödeltem Gebölkgesang, den man schon von den ganz alten Platten so gewohnt war. Eine nette Überraschung. Zum Ende hin möchte ich sogar ein paar Hardcoreparts vernommen haben. Vor allem  die Gitarren klingen wie ein Strudel, der den Hörer immer tiefer auf den Meeresgrund reißt.
Es folgt das Abyssopelagial mit Boundless Years und wir tauchen weitere 2.000 Meter, wo uns zunächst erneut das leicht melancholische Riff von Impasses begegnet und sich dann mit dem Mastodon-Riff mischt! Daraus hervor geht jedoch eine Variation der vorherigen beiden Stücke, die mit flirrenden Gitarren vermengt wird und wieder einen gesanglich zuckersüßen Mittelteil verpasst bekommt. Das kurze Stück leitet zum nächsten Song in der Wasserschicht über zu Signals Of Anxiety. Und hier geht es ganz langsam mit einzelnen Tönen los. Im Hintergrund rauschen unterseeische Klänge  an den Ohrmuscheln vorbei sowie halliger Gesang und der Song steigert sich langsam und gemächlich. Der Cleanpart hat wieder eine unfassbar starke Melodie und verleitet dazu, schnell auf den Repeatknopf zu drücken. Aber es geht weiter nach unten. Die einzelnen Gitarrenanschläge, die wie ein Echolot klingen, das sich langsam in den Untiefen verliert, werden von einer tollen Klaviermelodie abgelöst und leiten das Hauptthema des Songs ein. 
Ab hier wird es düster. Im Hadopelagial gibt es kein Licht mehr und das hört man Omen Of The Deep an. Sich wie massive Felsbrocken lösende und in der Schwerelosigkeit des Wassers nur langsam vorwärts rollende Gitarren leiten als kurzer Akustiksong Let Them Believe ein. 
Und hier haben wir den zweiten Song des Albums, der völlig wahnsinnig ist. Dabei haben wir erst einmal ein einminütiges Vorspiel, bevor der Song startet und sich mit toll betontem Gesang aufbaut. Auch an dieser Stelle muss noch einmal gesagt werden, wie massiv sich Rossettis Gesang gesteigert hat und wie toll er in Harmonie mit den hier gezauberten Gitarren klingt. Auf dem Höhepunkt des Songs erstirbt er zu einer Stille, um sich mit einem gemächlichen Tempo weiter zu bewegen, sodass sich Streichinstrumente dazugesellen und fast schon jazzige Klavierparts eingestreut werden. In den 9 Minuten gibt es so viel zu entdecken, so viel Variation und versteckte Melodie. Im Demersal steigt der Druck mit dem Song Cognitive Dissonante und die Wahrnehmung wird merklich beeinträchtigt. Das Tempo wird verschleppt, der Gesang klingt gequälter und die Gitarren brechen aus. Dann gibt es diese unglaublich tolle Melodie eines Riffs, die leider auf dem Höhepunkt abbricht. In den düsteren Untiefen klingen The Ocean dann auch so, wie man sie von früher kennt. Wild, ungestüm und kompromisslos. Cleanen Gesang findet man nicht mehr und der Song endet mit blubbernden Meeresgeräuschen und weit entfernten Gesängen riesiger Meerestiere.
Auf den letzten Song The Origin Of Our Wishes war ich natürlich am meisten gespannt. Denn was da ganz unten im Benthal lauert, das weiß man eigentlich nicht. Vielleicht ein paar Tiefseeangler? Jedenfalls doomige Riffs, die sich gegen die ungastliche und lebensfeindliche Umgebung aufbäumen und von den schieren Fluten erdrückt werden. Glockenklangartiges Riffing und fiese Breakdowns zerstampfen alles und jeden auf dem Meeresboden. Ein toller Abschluss einer epischen Reise.

Wie wirkt die Platte jetzt im Gesamtbild? Sehr toll! Durch die verschiedenen Verbindungen fühlt sich "Pelagial" sehr homogen an und wie ein einziger langer Song, der durch kleinere Interludes zusammengehalten wird. Vielleicht sollte man auch einmal die umgekehrte Reise antreten und sich vom Grund des Ozeans an die Wasseroberfläche bewegen? Gut möglich, dass neue Klangbilder und Eindrücke entstehen. So hat es jedenfalls ausgezeichnet funktioniert. Der Sound wirkt fast schon onomatopoetisch auf den Hörer und lässt vor dem inneren Auge aquatische Welten auftauchen. 
Ganz, ganz großartig. 
Die Frage nach dem Langzeittest wird sich kaum stellen, da es so viel zu entdecken gibt und genügend Ecken zum Festhalten, sodass man die Platte sehr, sehr lange im Schacht der Musikanlage verharren lassen wird. 
Wer sich die volle Dröhnung geben will, der holt sich direkt von der Band die Pornoedition mit Film zum Album. Kostet aber auch satte 49 Kröten, die man erst mal abdrücken muss. Aber dafür gibts dann auch eine besonders schnieke Acrylbox mit den unterschiedlichen Wasserschichten. Bock drauf bekommen? Dann hier lang und schnell bestellen.
Ach ja, das Album gibt es auch noch als komplette Akustikvariante. Muss ich mir dann auch noch mal als Hintergrundsoundtrack geben. Die "normale" CD ist übrigens auch in einem schicken Digipack mit Schuber verstaut. Dazu gibt es ein dickes Booklet, einen Aufkleber und ein kleines Faltblättchen mit den Meeresschichten. Auf jeden Fall sehr schick und fast genauso edel wie die Pornoedition.
Tja, und wer noch nicht überzeugt ist, der kann in ganz viele Songs hier oder hier reinhören. 
Viel Spaß!

Dienstag, 2. April 2013

Zombies und Videospiele

Servus und hallo!

In der informationsarmen Zeit gibt es immer noch ein wenig Gelaber von mir. Ich war zu Gast beim Play Together Podcast und habe mit den Jungs über Zombies in Videospielen geschnackt.
Hier könnt ihr die Episode anhören.

Samstag, 9. März 2013

Gastspiel bei Second Unit

Moin!
Auch wenn sich hier momentan nicht so viel tut, ich stecke derzeit mitten in der heißen Phase meiner Abschlussarbeit, gibt es wenigstens ein wenig von mir zu hören.
Ich habe Christian und Tamino vom Second Unit Filmpodcast besucht, ihnen den großartigen französischen Slasher High Tension (2003) mitgebracht und wir haben darüber, aber auch über den Horrorfilm allgemein geredet.
90 Minuten sind dabei rausgekommen, die ihr euch an dieser Stelle anhören könnt.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Django Unchained (2013)

Kicking off the year with something special!
Ein neuer Tarantino steht auf dem Speiseplan und er ist dieses Mal im Setting eines traditionellen Italo-Western gehalten!
Ich werde mich in dieser Besprechung zunächst allgemein zum Film äußern und im zweiten Teil mit Spoilerwarnung auf die inhaltliche Seite eingehen.
Lohnt sich der Film? Auf jeden Fall! Und es ist irgendwie beunruhigend, dass Tarantino nicht einen wirklich schlechten oder wenigstens mittelmäßigen Film inszeniert hat, und obwohl er sich eigentlich mit seinem Stil an ein tendenziell nerdiges Publikum richtet, kommerziellen Erfolg hat.
Die Winningstreak hält also an und das ist auch ein Verdienst von Christoph Waltz, der als Dr. King Schultz seine eingefleischte Paraderolle eines wahnsinnig smarten Genies spielt, jedoch in seiner positiven Ausprägung. Jamie Foxx geht da als eigentlicher Hauptcharakter schon fast unter, weil Waltz einfach funkelt wie ein Diamant.
"Django Unchained" (2013) ist vielleicht der lustigste Film, den Tarantino gedreht hat. Es gibt haufenweise komische Szenen, die zum Teil sogar in Slapstick abgleiten, aber trotzdem den Spagat zur eigentlich ernsten Thematik der Sklaven schaffen. Das fängt bei einer urkomischen Szene von reitenden Rassisten an und geht über die irrwitzig inszenierte Blutfontänen.
Womit wir beim zweiten Punkt wären: der Gewalt. Diese wird in "Django Unchained" auf 2 unterschiedlichen Ebenen dargstellt. Zum einen haben wir die comichafte und völlig überzeichnete Spaßschießerei. In durch und durchkoreographierten Shootings werden auf der großen Kinoleinwand Blutsalven durch die Gegend geschleudert, so dass sich das Publikum in punkto Schauwerte bestens unterhalten und möglicherweise auch amüsiert fühlt. Es ist schon ein großer "Fuck Yeah" Moment, als zur Tat geschritten wird! 
Aber dann gibt es auch die wirklich harten Szenen, die weniger überzeichnet und aber auch weniger explizit dargestellt werden. Dadurch wird das Leid, das den Skalven zugefügt wurde viel realistischer und ganz stark in Abgrenzung zur Comicgewalt dargestellt. Diesen Balanceakt, zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hat man bei Tarantino schon früher beobachten können, aber mit der Thematik des Rassismus gegen Sklaven schafft er es meiner Meinung nach noch stärker. So gibt es beispielsweise im Kontext der Zeit viele rassistische Sprüche, über die man zum Teil sogar lacht, nur damit einem in der Folgeszene das Lachen im Hals stecken bleibt. Diese Ambiguität bleibt auch bis zum Schluss erhalten. Man soll lachen, aber man soll auch darüber nachdenken worüber man da eigentlich lacht. Die Szenen bleiben wegen der Situationskomik lustig und nicht, weil sie rassistisch sind. Das ist schon eine wirklich krasse Gradwanderung, die Tarantino vollzieht.
Was uns wiederum zum dritten Punkt bringt. "Django Unchained" ist vielleicht auch Tarantinos ernsthaftester Film. 
Der Sklavenhandel und der allgegenwärtige Rassismus im Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts wurden zwar schon in vielen Filmen dargestellt, aber Tarantino zeigt in seinem Film noch eine ganz andere Seite. Nämlich den Rassismus der Sklaven, die sich in diesem System etabliert haben und diese abscheuliche Hierarchie und Menschendominanz weiter nach unten durchdrücken. Ich hätte niemals erwartet, dass man eine derart reflektierte Sicht mit einem so heiklen Thema in einem Tarantino findet. 
Das liegt aber auch an den wirklich großartigen Darstellern, die ihre Rollen perfekt verkörpern. DiCaprio als schmieriger Großgrundbesitzer Calvin Candy, der zu seiner Belustigung gladiatorenartige Kämpfe zwischen Sklaven ausrichten lässt, aber auch Jamie Foxx, der zunächst als einfacher Mann dargestellt wird, aber im Lauf des gesamten Filmes eine stetige Entwicklung durchmacht, bis er der fucking Badass ist, der im Showdown regiert. Ebenfalls sehr interessant, wird der Charakter des Steven von Samuel Jackson dargestellt, der eine ganz eigene Note Rassismus zum Geschehen beiträgt.
Der Film ist wundervoll inszeniert mit tollen Kulissen und wirklich schönen Landschaftsaufnahmen, die dadurch stark im Kontrast zur Gewalt stehen. Allein die erste Szene, als ein Trupp von Sklavenhändlern durch ein Waldstück reitet, ist so wundervoll ausgleuchtet. Der Mittelgang ist hell erleuchtet und auch die Baumkronen sind sichtbar. Das im Kino sehen und auch als Einstieg in den Film,  ist schon ziemlich cool!
Wer auf ein Actionspektakel mit einer zwar nicht besonders innovativen Geschichte, dafür aber brillianten Dialogen und toll inszenierten Szenen Bock hat, der wird viel Spaß mit Django haben. Zudem gibt es viele Momente im Streifen selbst, die einem zum Nachdenken anregen. Von mir eine klare Empfehlung. Unglaublicher starker Film bereits zu Beginn des Jahres. 

---ACHTUNG SPOILER---
Wirklich großartig ist in diesem Zusammenhang die gesamte Figurenkonstellation. Da haben wir Dr. King Schultz und Django als Duo und auf der anderen Seite Calvin Candy und Steven.
Während King Schultz zunächst als der übersmarte, alles voraussehende Kopfgeldjäger dargestellt wird und Django der emotionsgeleitete Sklave, der nach seiner Frau sucht, wandelt sich dieses Bild im Laufe des Films. Spätestens als sie auf der Candylandranch ankommen und Schultz, der sehr humanistisch eingestellt ist, fast die Maskerade auffliegen lässt, weil er einen Sklaven retten will und Django das Opfer in Kauf nimmt, damit sie ihren Plan weiterverfolgen können, ist der Punkt erreicht, an dem sich das Verhältnis gewandelt hat. Ultimativ passiert der Rollenwechsel dann im ersten Showdown, als Schultz Calvin erschießt, sich entschuldigt, selbst erschossen wird und somit die Bühne für Django frei macht. Dieser kann sich nun an den eigentlichen Oberbosewicht Steven wenden. Wieso ist er eigentlich der Oberbösewicht, obwohl er doch selbst nur ein Sklave ist?
Zunächst gibt es hier ein wunderbar inszeniertest reziprokes Verhältnis zwischen Steven und Candy. Diese bewegen sich weitestgehend auf gleicher Augenhöhe und im finalen Dialog der beiden, sagt Steven Candy sogar was er zu tun hat. Er ist der Schwarze, der die Geschicke der Ranch leitet und den manifesten Rassismus weitertreibt. Er lässt die Bediensteten in dem Loch schmoren und kümmert sich um das Tagesgeschäft. Dadurch, dass hier ein schwarzer Sklave selbst Teil des Rassismus ist, wird das ganze perfide System konterkariert und die absurde Idiologie, die ihm immanent ist, verdeutlicht. 
Auch in der letzten Szene, als der alte Mann seinen Stock wegwirft und aufrecht sein Ich der Macht zeigt, wird dieser Moment auch noch viel ausdrucksstärker. Denn er ist der Typ, der das System am Laufen hält!
Natürlich wird das alles von typischen Tarantinosprüchen begleitet und erhält damit immer einen leicht komischen Beigeschmack, aber trotzdem bleibt der Film ernsthaft genug.
Der einzige wirklich unrunde Aspekt, ist die Szene, in der Tarantino selbst einen Auftritt hat. Auf dem Transport explodiert er und hat vorher einen seltsamen Dialog. Überhaupt wirkt er so, als würde er eigentlich nicht im Djangouniversum existieren. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen, denn wirklich alles was davor und danach passiert, ist großartig.
Die Story ist vielleicht nicht besonders innovativ, aber die Art und Weise, wie sich die Figuren entwickeln und sich in den Dialogen darstellen, ist meisterhaft. Mit 165 Minuten hat "Django Unchained" eine stattliche Lauftzeit, allerdings wird man über die volle Länger sehr gut unterhalten, so dass ich mir auch gern noch ein paar weitere Szenen in den Film gewünscht hatte, die die Situation im Herrenhaus noch etwas deutlicher unterstreichen würden.
Der Deal, den Django und Schultz machen, kommt vielleicht nicht zu 100% beim Zuschauer an. Denn als sie auffliegen, erhalten sie das gleiche Angebot für den Sklaven, wie für den Mandingo, den sie zunächst vorgeben kaufen zu wollen. Allerdings hatten sie selbst niemals die Absicht gehabt, die volle Summe zu bezahlen, da sie mit dem Mädel abhauen wollte, unter dem Vorschein in 5 Tagen mit dem Anwalt zu kommen und den Deal unter Dach und Fach zu bringen. Tatsächlich wären sie aber niemals wieder dort aufgetaucht. Diese Gambleaspekt zwischen Schultz und Candy, der als jovialer und gelangweilter Machtmensch auftritt, kommt vielleicht nicht so wirklich zum Ausdruck.
Das sind aber alles eher Kritikpunkte, die sich auf einem sehr hohen Niveau bewegen. Der Film bleibt meiner Meinung trotzdem stringent und logisch erzählt. 
Klasse Streifen. Muss ich mir noch einmal anschauen. Achja, Zoë Bell hat auch einen sehr kurzen Auftritt, wer hat sie erkannt und etliche andere (Savani, Nero etc.). 
Aber auch das gehört zu einem Tarantino. 
Schaubefehl!

Samstag, 17. November 2012

Videodrome (1983) Blu-Ray von Koch Media/NSM Records

Der Meister des Körperlichen kehrt zum ersten Mal auf dem deutschen Mark in HD zurück und wird vielerorts offene Münder hinterlassen.
Vor einiger Zeit angekündigt, dann etwas verzögert und schlussendlich in einem wundervollen Mediabook veröffentlicht, darf man sich auf ein Paket freuen, das seines gleichen sucht.
Bevor wir zum Film selbst kommen, ein paar Worte zur Aufmachung.
Die BluRay steckt nebst 2 DVDs, auf denen sich der Hauptfilm und etliche Extras befinden, in einem weißen, kleinformatigen BluRay Mediabook. Das Cover ist recht schlicht, es prangt der Filmtitel darauf und eine funkelnde Lichtpunktschicht befindet darüber. So reflektiert die Front je nach Betrachtungswinkel und Lichteinfall in unterschiedlichsten Tönen der Farbpalette. Bei schummeriger Beleuchtung wirkt es jedoch sehr still und verrauscht. Man könnte meinen, dass die unterschiedlichen Facetten und die Ambiguität des Filmes schon bei der graphischen Gestaltung eine Rolle spielten. Ausgezeichnet gelöst, zumal ich im Vorfeld über die Schlichtheit doch skeptisch war.
Ein weiteres kleines Detail ist der über fast 10cm langgezogene Bardcode auf der Rückseite, hier haben die Köche wirklich versucht viele, der wahnsinnigen und surrealen Elemente des Films in die komplette Aufmachung einfließen zu lassen. Es ist ihnen hervorragend gelungen, wie ich finde und jeder darf sich auf eine hochwertige und vor allem veredelte Premiumveröffentlichung freuen.
Im Inneren befindet sich das feste Booklet, das mit ikonischen Bildauszügen und Kinoplakaten von "Videodrome" (1983) versehen ist. Ebenfalls in diesen Seiten befindet sich ein sehr informativer Text von Christoph Huber, der teilweise das Machwerk analysiert und es in Cronenbergs Schaffen einordnet, sowie kleinere zeitgenössische Anekdoten verkündet! Toll! Die Screenshots in diesem Artikel stammen von der DVD!
Die BluRay hat ein hervorragendes Bild. Sowohl die Kinofassung als auch der Directors Cut haben ein sehr scharfes Bild, das jede Hautpore von James Woods sichtbar wird. Der mittlerweile 30 Jahre alte Film bekommt durch die Hochauflösung noch einmal ein ganz anderes Kinoerlebnis! Aber auch das Bild der DVD ist sehr gut und es könnte gut sein, dass diese Auswertung weltweit den Status Quo markiert!
Die Extras sind ebenfalls königlich ausgefallen. Befinden sich auf der BluRay Trailer, so ist die Bonus DVD randvoll mit Features. Es gibt einen Auftritt Cronenbergs bei einem Filmfestival in seiner Heimatstadt, Interviews, Gesprächssequenzen, in denen er über seine eignenen Werke reflektiert, aber auch Making Ofs, in denen viele der damals involvierten Personen, wie Tricktechniker oder Schauspieler zu Wort kommen. Hier erhält man noch einmal einen ganz authentischen Einblick, wie schwierig es auch mit dem damals sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Budget hatte, die abgefahrenen Vorstellungen von Cronenberg umzusetzen. Dass dass schlussendlich jedoch mehr als passabel gelungen ist, wissen wir ja alle.  Sogar die kleinen Shortclips, die im Film selbst vorkommen, gibt es zu bewundern.
Bisher lag der Film leider nur in der R-Rated Fassung und zudem in sehr bescheidener Bildqualität vor, weshalb sich für niemanden die Frage stellen sollte, ob er die Scheibe braucht.
Kommen wir nun zum Film.
Wäre "Videodrome" ein Buch, könnte man es ganz leicht dem Genre der Phantastik zuordnen. Alle Merkmale, seien es Doppelgänger, Transformationen, Initiationsriten oder einfach nur die Liminalität des Gezeigten, werden in diesem großartigen Film der 80er Jahre auf eine geschickte Art und Weise vereint und im Format des Spielfilms präsentiert. 
Zunächst erscheint der Streifen sehr normal. Max Renn als Medienmacho, der stets auf der Suche nach dem nächsten kontroversen Fernsehprodukt, das die Massen schockt und zugleich fesselt, ist. Dabei trifft er auf skurile Persönlichkeiten. Auf der einen Seite ist das natürlich die sinnliche Nicki Brand, die von Deborah Harry von Blondie verkörpert wird, aber auch der nur über Fernsehgeräte mit der Außenwelt kommunizierende Professor Brian O'Blivion. Überhaupt ist das Figurenensemble zwar relativ klein, aber dafür wurden sie sehr gut verkörpert und erfrischend anders konstruiert. Keine Person kann man so richtig einordnen und genau diese Ungewissheit macht den Film so besonders.
Während seiner Recherche stößt Max Renn mit Hilfe seines Analoghackers Harlan auf ein verschlüsseltes Signal einer Fernsehshow namens Videodrome. Sie besticht durch Gewalt, Nudität und absolute keine Handlung. Eine Frau wird in einem surralen, pastellfarbenen Raum gefoltert. Allerdings wird die Sendung von keinem normalen Fernsehsender ausgestrahlt und niemand weiß, ob es sie wirklich gibt. Renn wird regelrecht obsessiv in Bezug auf die Show und gerät von hier an in einen Strudel der Gewalt, der Halluzination und des Wahnsinn. Beginnt der Film noch mit kleineren Realitätsspielerein und ist der Zuschauer anfangs nur sehr leicht verwirrt, zieht der Film den Betrachter mit fortschreitender Dauer in einen Strudel seltsamer und bizarrer Realitätsmuster. Spätestens, als Renn ein Spalt im Bauch wächst, so dass er mit Filmkassetten "programmiert" werden kann und seine Hand beginnt, sich mit einer Waffen zu vereinen, weiß man, hier geht irgend etwas sehr Irres ab.
Aber Cronenberg lenkt die Figur geschickt durch das halluzinogene Labyrinth und lässt den Film mit einem lauten Knall und einer memorablen Szene, in der ganz viele kleine Puzzelteile aus dem gesamten Film referenziert werden, enden.
Über die verschiedenen Deutungsweisen, sei es nun als prophetische Weissagung über unseren zukünftigen Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien oder die Frage nach Gewalt in Filmen bzw. deren Wirkung auf den Menschen, braucht man sicherlich nicht zu viele Worte zu verlieren, da man hierzu vielerlei, selbst wissenschaftliche, Schriften konsultieren kann. Cronenberg hat ein postmodernes Metawerk geschaffen, das zwar nicht mehr ganz so anarchisch wie seine Vorgänger ist, aber trotzdem noch kontrovers und verstörend genug damit man sich daran reiben kann. Nicht zuletzt war der Film kommerziell ein Flop. Fast 6 Millionen U$ Dollar hat "Videodrome" gekostet und gerade Mal 2,1 Millionen an den Kinokassen wieder eingespielt. Der Film sollte, und das ist eine seltsame Ironie, erst auf Video zu einem Geheimtipp und später Klassiker werden.
Auch heute wirkt der Film durch seine durchdachten Kulissen, geschickte Einstellunge, tollen Effekte und die seltsame, aber spannende Geschichte noch atemberaubend und man muss kein Klassikerfanatiker sein, um ihn zu lieben oder zumindest beeindruckt zu sein.
Mit seinen Knapp 89 Minuten im Directors Cut ist "Videodrome" zudem ein absolut kurzweiliger Film, der viele Künstler und Menschen über die Jahre hinaus beeinflusst hat. Auch durch das kontinuierliche Fortschreiten der Technisierung unseres Alltags, spielen etliche Aspekte aus "Videodrome" auch heute noch eine wichtige Rolle und er wirkt nicht veraltet.
Es ist und bleibt ein Pionierwerk mit viel Wirkungskraft auf den Zuschauer und verliert bei aller struktureller Metaebene, nie den Blick für das Wesentliche, denn auch als reiner Unterhaltungsfilm ohne existenzphilosophischen Popanz, funktiert er unglaublich gut. Zudem ist die Filmästhetik, sei es nun das Appartment, die seltsamen Räume der Heilsarmee oder das herunter gekommene Toronto, etwas ganz besonderes!  
Diesen Film muss man gesehen haben und wenn man etwas für Filme übrig hat, dann muss man dieses Mediabook besitzen.
Ach, und wer auf den Geschmack gekommen ist, der darf sich auf einen weiteren Cronenberg Film in HD freuen. Subkultur Entertainment wird Ende Dezember "Scanners"(1981) veröffentlichen! 
Ein geniales Gesamtpaket. Mein Dank geht raus an Koch Media für diese liebevolle Edition!
In diesem Sinne: long live the new flesh!

Sonntag, 26. August 2012

Nonnen, Schweinehunde und Doktoren!


Es tut sich wieder einiges nach der Sommerpause und neue Veröffentlichungen stehen in den Startlöchern. Zuerst sei die neue Reihe "Edition Grauwert" erwähnt, die schon im September mit dem Film "Miss Muerte" (1966 - Das Geheimnis des Doktor Z) kommt. Neben der französischen Kinofassung wird auf einer zweiten Disc auch noch die deutsche Kinoversion vorhanden sein, sowie ein Audiokommentar von Tim Lucas, Trailern und dem Booklet. Man darf sich auf diese auf 1000 Einheiten limitierte Edition freuen!
Aber das ist noch nicht alles aus dem Hause Subkultur. Die Grindhouse Collection geht in die nächste Runde und präsentiert die deutsch-italienische Koproduktion "Io Monaca...per tre carogne e sette Peccatrici" (1972 - Ich, die Nonne und die Schweinehunde).  Hier gibt es ebenfalls eine alternative Version, ein Audiointerview mit dem Regisseur Ernst Ritter von Theumer, verlängerten Szenen und der Trailershow. Erscheinen wird dieser Titel ebenfalls im September. Das wird dann wohl ein Knallermonat! 

Dienstag, 7. August 2012

Videodrome kommt!


Vor ein paar Wochen wurde es bereits angekündigt und jetzt ist die Katze aus dem Sack! David Cronenbergs legendärer Film "Videodrome" (1983) wird über NSM Records bei uns eine Blu-Ray Veröffentlichung erhalten und zwar in einem Mediabook mit einer sehr üppigen Ausstattung.
Das Cover ist noch recht schlicht gehalten, aber bei den Extras hebt man einen schweren Kawenzmann auf den Tisch. Neben dem Directors Cut wird auf der BD auch die Kinofassung enthalten sein. Zudem wird diese Fassung noch einmal von einem eigenen Master abgetastet. Damit sollte die deutschsprachige sogar die US-Scheibe überflügeln!

Ebenfalls auf der Scheibe finden sich diverse Dokumentationen und Interviews:
  • Conenberg über Cronenberg (ca. 80 Minuten)  
  • Robert Mitchell interviewt David Cronenberg (ca. 5 Minuten) 
  • David Cronenberg stellt VIDEODROME vor (ca. 11 Minuten) 
  • Die Schmiede des neuen Fleisches (ca. 28 Minuten) 
  • The Making of VIDEODROME (ca. 8 Minuten) 
  • Samurai Dreams (ca. 5 Minuten) 
  • Transmissions (ca. 7 Minuten) 
  • Helmkamera-Test (ca. 5 Minuten)
  • Beta-Tapes (ca. 1 Minute) 
  • Kurzfilm CAMERA (ca. 7 Minuten) 
  • 3 Originaltrailer Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Der geplante Termin für "Videodrome" ist der 28. September 2012. Also schön rot anmalen und nicht vergessen rechtzeitig zu ordern!

Dienstag, 24. Juli 2012

Krautfunding für "That Guy Dick Miller"

Ahoi!
Es gibt brandheiße Neuigkeiten zur geplanten Veröffentlichung von "War of the Satellites" (Planet der toten Seelen - 1958). Dafür ist eine gesonderte Doku von Endfilms über den großartigen Schauspieler Dick Miller geplant gewesen. Bei der Erstellung wurde so viel Material generiert und Interviews gedreht, dass dem Filmerbe von Miller noch mehr Tribut gezollt und daraus eine abendfüllende Doku gemacht werden soll!
Aus diesem Grund wird für diese Unternehmung grade ein Kickstarterprojekt eingerichtet, das ihr an dieser Stelle findet.
Was bedeutet das nun?
In der Vergangenheit wurden immer wieder Projekte vorgestellt, deren Finanzierungen schwierig waren. Um das Fandom daran zu beteiligen und ihnen die Möglichkeit zu geben dies zu unterstützen, gibt es Crowdfundingplattformen wie Kickstarter, Startnext oder Inkubato
Hier wird eine bestimmte Dauer festgelegt und eine Summe, die erreicht werden muss, damit ein Projekt verwirklicht werden kann. Im falle der Doku "That Guy Dick Miller" sind 40 Tausend US Dollar veranschlagt. Nun kann man sich bei den Plattformen anmelden und seinen Beitrag dazu frei wählen. Zudem gibt es unterschiedliche Tiers, d.h. man bekommt verschiedene Dinge. Sei es eine Namensnennung, Autogramme oder sogar originale Skripte! 
Dies dürfte das erste Kickstarterprojekt sein, das sich mit "unserem" Bereich der Filmgeschichte befasst, daher möchte ich jeden Leser bitten, dem diese Filme am Herzen liegen, sich dieses Projekt einmal anzuschauen!
Es wäre ein tolles Signal, wenn sich genug Leute finden würden, um solche tollen Ideen umzusetzen!
Außerdem wird die Doku dann natürlich auch via Subkultur Entertainment ihren Weg nach Deutschland finden! Hängt euch rein, wenn ihr aus dem Sommerloch ein paar Groschen übrig habt! 

Donnerstag, 12. Juli 2012

Zombiebunker Podcast #8

Dieses Mal soll es um Science Fiction, genauer Filme mit Außerirdischen, gehen!
Mit dabei ist "The Thing From Another World" (Das Ding aus einer anderen Welt - 1951), "The Thing" (Das Ding - 1982), "War Of The Worlds" (Kampf der Welten - 1953), "It Came From Outer Space" (Gefahr aus dem Weltall - 1953) und "Alien" (1979).
Da der Podbeanlink sicherlich sehr schnell wieder überlastet sein wird, bitte ich euch, die Alternative auf Soundcloud zu laden. Hier ist der Link dazu.
Viel Spaß beim Hören!

Montag, 11. Juni 2012

Zombiebunker Podcast #7

Heute geht es um die Entstehungsgeschichte des Zombiefilms.
Über White Zombie (1932) und I Walked With A Zombie (1943) werden die Ursprünge beleuchtet und die Werke "Night Of The Living Dead" (1968), Dawn Of The Dead (1978) und Day Of The Dead (1985) von Romero vorgestellt.  Viel Spaß beim Lauschen!
Der Link zum anhören ist hier.
Falls der Link nicht mehr funktionieren sollte, gibt es auf Soundcloud eine Alternative, um den Podcast herunterzuladen.

Dienstag, 5. Juni 2012

Assault On Precinct 13 (Anschlag bei Nacht - 1976)

Blauscheibennachwuchs im Klassikerbereich. Es ist ein Carpenter geworden und was für einer!
Den Film selbst hab ich natürlich komplett verpennt und bin daher überglücklich, dass er wieder aufgelegt wurde und das in einer außergewöhnlichen Qualität.
Was zunächst besonders ins Auge sticht, ist, dass der Streifen eine sehr günstige Produktion war. Es ist aber auch erst seine zweite Spielfilmarbeit, die ein Budget von ungefähr 100.000 $ hatte, während sein neuestes Werk, "The Ward" (2010), locker das 100-fache an Produktionskosten auf die Waage bringt. Das macht aber gar nichts, denn objektiv betrachtet ist "Assault On Precinct 13" auch 100 Mal besser als "The Ward".
Aber weshalb ist das nun so? Weil alles Alte generell einen anderen Charme hat oder weil "Assault" seinerzeit allen Filmen einfach unglaublich weit voraus war und "The Ward" heutzutage eher generisch und beliebig wirkt?
Die ethnisch diverse Gang
Vermutlich kann man diesen Film aus heutiger Sicht als relativ schnarchig und langatmig empfinden. Das wäre sogar eine sehr legitime Auffassung. Mangels Geld wurden hier viele Einstellungen einfach laufen gelassen, es gab wenig Filmmaterial, also auch wenig Schnitte und Einstellungen.
Aber gerade diese gemütliche Art und Weise erinnert an die stellenweise in epischer Breite zelebrierten Szenen aus Western. Und in vielen Momenten ist "Assault" nichts anderes als ein moderner Western.
Es geht um eine fast völlig ausgestorbene Gegend. Marodierende Gangs stromern durch die Gassen, die Polizeistation soll geschlossen werden und in der Eingangssequenz sehen wir auch schon den Stein des Anstoßes: Gangmitglieder werden von Polizisten regelrecht hingerichtet.
Wir verfolgen weiter den Alltag eines Streifenpolizisten, der später die Stellung in der geschlossenen Wache halten soll. Neben ihm werden sich noch ein paar Knasties und ein nervlich zerstörter Vater dort einfinden.
Und dann beginnt auch schon die Belagerung und die Essenz des Filmes ist wiedergegeben.
Klingt nicht sonderlich spannend? Aber ist Mitte der 70er genau das, was eine Serie wie das A-Team, zwar in weniger brutaler Art und Weise, auf endlos viele TV-Episoden ausgewälzt hat.
Snake Plisskens Vorgänger
Carpenter gehört sicherlich zu den am meisten unterschätzten Regisseuren. Ganz oft sieht man einen Film, speichert ihn ab und wenn man es nicht mitbekommt, erkennt man erst viel später, dass man grade einen Carpenter gesehen hat. Aber dann trifft es einen auch mit aller Härte, denn Carpenter ist einer Meister seines Faches, auch wenn er in vielen verschiedenen Genres gewildert hat.
Mit "Assault" hat er das 70er-Jahre-Exploitationactionkino angepackt, aber im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen ein durchaus anspruchsvolles und für spätere Streifen archetypisches Werk vorgelegt.
Es fängt mit der Figurenkonstellation an. Ethan Bishop, der Blaupausencop voller Ideale wird mit einer völlig außergewöhnlichen Situation konfrontiert, die alle involvierten Menschen verändert. Auf der anderen Seite der Häftling Napoleon Wilson, der irgendwie sympathisch rüberkommt, unglaublich coole Sprüche bringt  und irgendwie ein Vorläufer von Snake Plissken ist. Als weibliche Hauptrolle agiert Laurie Zimmer als Leigh, die trotz brenzliger Situation einen kühlen Kopf bewahrt und über ihre eigenen Verhältnisse hinauswächst. 
Diese Frau ist BADASS AS FUCK! Na ja, und genau das Gegenteil, der Familienvater, der seine Tochter verliert, sich an ihrem Mörder rächt und danach, wie in einem klassischen Stück, die Funktion verloren hat und in den Hintergrund rückt. 
Hier als völlig gebrochener Mann, der nur noch in der Ecke sitzt, unfähig, sich für sein und das Leben der anderen Menschen einzusetzen. Außerdem liegt in seinem Auftreten einer der zentralen Grundkonflikte innerhalb des Films. Wie schon bei Thukydides und dem von ihm geschilderten Melierdialog, in dem die Insel Melos von den demokratischen Athenern belagert wird, um sich ihrem attischen Seebund anzuschließen, damit sie nicht zu den Spartanern überlaufen, wird hier die zentrale Frage nach Vernunft und Macht gestellt. Bei Carpenter ist es der Vater, der mit dem Mord am Gangmitlied den Kleinkrieg ausgelöst hat und von einigen einfach ausgeliefert werden soll, während Thukydides den Machtrealismus der übermütigen Athener zeigt und die scheinbar irrationale Entscheidung der Führungsriege der Melier, sich eben nicht zu ergeben und damit die gesamte Insel zum Tode zu verdammen.
Beide Situationen sind ganz unverkennbar Dilemmata und doch wird auf beiden Seite gegen die Vernunft gehandelt. Die Melier behalten sich ihren Stolz und kapitulieren nicht. Bishop liefert den gefallen Vater nicht aus, um die drohende Gefahr von allen Unbeteiligten abzuwenden.
Nun ist es sicherlich so, dass den Figuren in Carpenters Film ein wesentlich angenehmeres Schicksal als den Meliern zuteil wurde. Trotzdem zeigt diese Analogie, wie tief hier in gesellschaftliche Probleme eingedrungen wird und das, obwohl wir einen absolut billigen Actionfilm sehen.
Dieses antike Verständnis gepaart mit den Westernanleihen lassen den Film antiquiert und modern zugleich wirken.
Sieht aus wie eine Symbiose aus Mark Wahlberg und Uwe Boll
In gewisser Hinsicht ist er eine perfekte Synthese Hegelscher Tradition und bleibt auf der anderen Seite trotzdem ein dreckiger, hingerotzter Actioner, den man auch als "no brainer" wegkonsumieren könnte. Aber gerade dieser Facettenreichtum macht "Assault" zu einem ganz außergewöhnlichen Filmerlebnis, weil er nüchtern die Realtität schildert, Zeit zum Nachdenken gibt, aber auch auf einer gänzlich profanen Ebene schlicht unterhält.
Und hab ich schon vom Soundtrack geschwärmt? Nein? Schon allein deshalb lohnt sich der Film! Auch wenn musikalische Begleitung über die gesamte Länge doch recht dezent eingesetzt wird, rockt das Maintheme dermaßen, dass ich es mir auf der Stelle zum Klingelton machen möchte. Einfach kraftvolle Melodien, die der Carpenter da komponierte und die auch noch in vielen späteren Songs verwurstet wurden (zuletzt mir im Gedächtnis von Vektor mit dem Song "Destroying the Cosmos").
Die Umsetzung von Capelight ist sicherlich vorbildlich. Neben dem sehr informativen Audiokommentar vom Meister selbst gibt es noch ein Interview sowie die zeitgenössische Dokumentation "Do you remember Laurie Zimmer?", die ich aus Zeitgründen noch nicht komplett bestaunen durfte, die aber in den ersten Minuten sehr interessante Bilder der Zeit zeichnet, die starke Figur der Leigh unterstreicht und deren Bedeutung für die amerikanische Frauenbewegung deutlich macht.
Zerrockte Polizeiwache
Die Bildqualität ist herausragend und für einen Film von 1976 vorbildlich auf BluRay zugänglich gemacht. Es macht einfach Spaß, sich die Kamerafahrten oder stimmungsvollen Blickwinkel in HD anzuschauen. Allein die Fahrt, als bei der Karre der Gang langsam die Scheibe heruntergekurbelt wird und der Lauf der Waffe sich aus dem Gefährt schiebt. Oder aber die Einstellung, in der das kleine Mädchen einfach so umgenietet wird.
Außerdem gibt es zum Film ein wundervolles Mediabook mit toller Gestaltung und einem dicken Booklet. Hier finden sich sogar Angaben über die Restaurationsarbeiten, aber auch Aushangfotos und Plakate des Films.
Ein wirklich wundervolles Paket, das für einen sehr fairen Preis angeboten wird und von jedem Freund des Actionkinos beachtet werden sollte.
Auf der einen Seite bietet der Streifen blanke Schauwerte, Gewalt, Action, aber auch langsame, epischere Einstellungen und nicht zuletzt lässt Carpenter Situationen entstehen, die zum drüber Sinnieren einladen.
Ich bin jedenfalls komplett begeistert, hab ihn mittlerweile schon zwei Mal geschaut und bermerke erneut, dass Filme nicht länger als 90 Minuten gehen müssen.

Die bezaubernde Laurie Zimmer

Samstag, 19. Mai 2012

Octaman kommt in Juni


Es geht weiter bei der Trivialfilm Kollektion und bleibt tierisch! Die Ausstattung der Veröffentlichung:
DVD 1
  • Bildformat: 1.33:1 Vollbild
  • Ton: Deutsch
  • Laufzeit: ca. 75 Minuten
  • Featurette: "Der Monstermacher - Ein Interview mit Doug Beswick" (Engl. mit dt. UT)
  • Featurette: "It came from Bronson Canyon" (Engl. mit dt. UT)
  • Vorwort von Jörg Buttgereit mit Kurzfilm
  • Bildergalerie
  • Originalvorspann
  • Booklet mit einem Interview mit Rick Baker
  • Exklusive Lentikularkarte

DVD 2
  • Bildformat: 1.85:1 (anamorph)
  • Ton: Deutsch
  • Laufzeit: ca. 75 Minuten

Die Doppel-DVD Edition ist limitiert auf 1000 Stück und erscheint im Juni 2012.

Mantis In Lace (Laila - Vampir der Lust - 1968)

Halali und halala, jagen ging die Lailaila!
Mit der Nummer sechs der Grindhouse Collection serviert uns Subkultur Entertainment einen bizarren Drogencocktail aus Sleaze, Wahnsinn und Slasher. Filmgewordener Unrat ergießt sich über den Zuschauer und wer schon bei "Sexualrausch" ("The Toy Box" - 1971) seinen Spaß gehabt hat, kommt hier sicherlich auch auf seine Kosten!
Zunächst darf man die gewohnt großartige Aufmachung bewundern und sich von herrlich verschimmelten Trailern verzücken lassen. Da haben wir "Pretty Lady Damned to Kill" (1969), einen Shawfilm mit Bruce Lee, "The Corpse Grinders" (1972), "Danger - Keine Zeit zum Sterben" (1984) und "Milano... difendersi o morire" (1978). 
Außerdem gibt es wieder passend auf den Film abgestimmte neue Fakespots. Zum einen den Stripschuppen "Zur prallen Wurst" (mit sensationaller Vertonung!) und eine fiebrige Einstellung zu einem "Hallo Wach" - Mittelchen. 
deutsche Kinofassung

Im Booklet beschäftigt sich Caspar Lein mit Drogen, Hippies und Filmen über Drogen oder Hippies, aber auch der amerikanischen Softsexfilmentwicklung.
Zudem finden sich 2 Versionen des Films auf der DVD. Die deutsche Kinofassung mit originaler Synchronisation, die einen spröderen Eindruck macht, einen völlig anderen Beginn hat und wesentlich weniger Nudität zeigt, und die US-Fassung, die über 10 Minuten länger ist und in einer wirklich tollen Qualität kommt. Da fragt man sich, wo sind die 40 Jahre geblieben?
Die US-Fassung ist im Originalton mit deutschen Untertiteln, sodass wirklich alles an Board ist und für jeden was dabei ist! 
Interessant ist, wie sehr sich doch beide Fassungen voneinander unterscheiden, daher ist das Vorhandensein eine unglaubliche Bereicherung!
Als Hidden Feature gibt es eine extrem obskure Dokumentation über LSD und die fährt alles auf, was in dem popkulturellen Zusammenhang möglich ist! Verrückte Hippies, okkulte Rituale, biochemische Wirkungen. Auf 25 Minuten bekommt man also einen ganz einzigartigen Einblick in zeitgenössische Blickwinkel. Eine wirklich tolle Dreingabe, die extrem seltsam ist, aber mit fantastischer Musik unterlegt ist!
US-Fassung - Laila beim Typen mit dem Riesenklunker im Ohr
Ein Audiokommentar ist auch wieder dabei. Pelle Felsch (bekannt aus den Booklets und dem AK zu "Sexualrausch") und das Mastermind hinter Subkultur Entertainment, Tino Zimmermann, selbst nehmen Platz hinter den Mikrofonen und plaudern über den Streifen, die Darsteller und darüber, wie es so hinter den Kulissen von Subkultur so abgeht.
Was Aufmachung und Austattung betrifft, hält man weiterhin das Niveau, verwöhnt den Filmfreund und liefert ein vorzügliches Produkt ab!
Aber kommen wir zum eigentlichen Film. Wir haben hier wieder einen Sleazehammer, der völlig stumpfen Sorte, oder auch nicht?
Es geht um Laila. Laila ist Stripperin in einem Schuppen und hat, wie wir aus dem deutschen Vorspann wissen, eine Abneigung gegen schwammige, quallenartige Dinge. Warum das wichtig ist? Keine Ahnung, aber im späteren Verlauf erzählt sie uns auch noch, dass sie Gurken, Bananen und Melonen hasst. Man merkt also, dass die Dame nicht grade den geistig gefestigtsten (bitte laut aussprechen, während ihr diese Zeilen lest) Eindruck macht! Weil sie auch noch nymphomanisch veranlagt ist, findet sie in so einem Etablissement natürlich denkbar einfach Opfer.
Dumm nur, wenn man einer labilen Frau dann noch LSD anbietet, sodass sie völlig durchdreht und langsam Gefallen an diesem rituellen Vorgehen findet.
Die Dialoge sollte man sich hier unbedingt mit der deutschen Kinosynchro geben - große Dichter hätten nicht subtiler vorgehen können!!! 
Aber was zu Beginn noch am positivsten ins Auge oder vielmehr ins Ohr sticht, das ist der Titelsong von Lynn Harper. Schmissiges Ding, das man sich auch an dieser Stelle online anhören kann. Aber die restliche Musik des Streifens, von Vic Lance (bekannt aus "Astro Zombies" (1969)), weiß ebenfalls zu begeistern. Swingende Stücke, aber auch klassische Fahrstuhlmusik bekommt man und erkennt deutlich, dass dieser Streifen für Tarantino bei "Death Proof" (2007) garantiert Pate stand. Für den Zwillingsbruder des Grindhouse-Revivals "Planet Terror" (2007) dürften die Stripteasetänze aber auch von Bedeutung gewesen sein. Wie man sieht, "Mantis In Lace" (1968) ist in jeglicher Hinsicht ein Original, das man bei der Entdeckungsreise durch das Grindhouse- und Bahnhofskino definitiv entdecken muss.
Natürlich ist der Film sehr simpel gestrickt. Es läuft immer nach Schema F: Es gibt Tänze, dumme Dialoge, dann geht es ab ins Bett, es wird LSD genommen, Laila spielt die Gottesanbeterin und danach rätselt die Polizei über die Morde. Aber was an Schauwerten geboten wird, ist wirklich toll. Zum einen die Tänze, die von einer tatsächlich sehr begabten Blondine dem testosterongeschwängerten Publikum dargeboten werden. 
Außerdem erhält man einen zeitgenössischen Einblick in die Drogenkultur der Spätsechsziger und in die halluzinogenen Szenen, spielt man mit Lichteffekten zum Teil sogar richtig filigran und künstlerisch herum. Das sieht cool aus, auch wenn es vermutlich vom 2 Jahre zuvor erschienen Corman-Drogen-Knaller "The Trip" (1967) entliehen ist.
Zudem treffen wir einen alten Bekannten wieder, nämlich Stuart Lancaster, der in etlichen Russ-Meyers-Streifen u.a. als Narrator vorkommt.
Auch wenn der Film Längen hat, wird man doch immer sehr gut unterhalten. Sei es nun, wenn Laila von birkenhaarwasserbeschmierten Widerlingen beglotzt wird oder sie den Spieß umdreht und handwerklich sehr deftig zur Tat schreitet. Es sind auch die kleinen schizoiden Zwischentöne, die ihren eigenen liminalen Zustand unterstreichen, wenn sie also eine völlig andere Wahrnehmung der Realität hat und denkt, dass sie mit einem Schraubenzieher auf ein Kissen, statt einen Lüstling, einsticht.
Sicherlich haben wir es hier mit keinem Meisterwerk zu tun, aber wie so oft, hier stimmt das Paket. Durch den kleinen Mikrokosmos, der mit der Doku, dem Audiokommentar oder den Trailern geschaffen wird, ist es ein Erlebnis, diesen Film zu sichten und sich weiter mit den Themen zu beschäftigen.
Eine tolle Veröffentlichung, an der es nichts zu meckern gibt. Daumen hoch!
Kiffende Stripperinnen 

Freitag, 27. April 2012

Grindhouse Collection Nr.6 "Mantis in Lace" (Laila - Vampir der Lust - 1968)!

Das Cover zum kommenden Titel in der Grindhouse Collection ist da! Der William Rotsler Film "Mantis in Lace"(1968) kommt erneut als deutsche Erstveröffentlichung für das Heimkino! Ein Veröffentlichungstermin ist noch nicht bekannt. Mit dabei ein Audiokommentar von Pelle Felsch und Tino Zimmermann! Weitere Informationen folgen, sobald sie verfügbar sind! 

Donnerstag, 12. April 2012

Zu Gast bei den Collaborativerockers

Ahoi!
Am Wochenende wird es wieder neue Besprechungen an dieser Stelle geben! Bis dahin gibt es drüben bei den Collaborativerockers einen fast 2 1/2 stündigen Podcast, in dem wir alle Bereiche der hier thematisierten Filme anscheiden. Und wenn ihr schon da seit, dann hört euch auch die anderen Episoden über Science Fiction, Cthulhu oder diverse Metalgenres an, es lohnt sich! 
Von mir auch noch einmal herzlichen Dank an Matthias und Christian für die Einladung. Es hat Spaß gemacht, auch wenn ich mir u.a. den groben Schnitzer erlaubt habe "Frogs" (1972) fälschlicherweise in die 80ern zu packen ;)
So long!

Donnerstag, 22. März 2012

Nosferatu im Kieler Studio-Filmtheater

Welch seltene Ehre wird diesem Meisterwerk in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt zuteil. "Nosferatu" (1922) 90 Jahre nach seiner Erstaufführung in Berlin noch einmal auf Großleinwand erleben zu können, das ist natürlich ein ganz besonderes Ereignis, dem man sich als geneigter Filmconnaisseur phantastischer Prägung nicht entziehen kann. Aber nicht nur der Film wurde aufgeführt. Um für die nötige Authentizität zu sorgen, engagierte das Kieler Studio-Filmtheater ein musikalisches Quartett bestehend aus dem Pianisten Dr. Werner Loll, Volker Linde an den elektronischen Saiteninstrumenten, Peter Weise am Schlagzeug und Ralf Lentschat am Blasgerät. Wie unschwer zu erkennen sein sollte, wird man damit nicht die ursprüngliche Begleitmusik vertonen können. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass sie damals schon Stromgitarren hatten. Ist aber egal, weil die  vier auf zum Teil Eigenkomponiertes, aber auch Klassisches zurückgriffen und um es vorweg zu nehmen: das hat wunderbar funktioniert.
Wie immer bei Veranstaltungen gab es einleitende Worte vom Team des Kinos, dieses Mal in schwarze Zylinder und Umhänge gehüllt. Überraschenderweise war der Saal fast vollständig gefüllt und einige dürften hier zum ersten Mal mit einem Stummfilm konfrontiert worden sein. Gezeigt wurde die von Luciano Berriatúa und der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung rekonstruierte und restaurierte Fassung. Damit handelt es sich um die Version, die auch bei uns von Universum Film mit einer DVD-Auswertung gewürdigt wurde. 
Die viragierte Version wirkt auf Großleinwand einfach noch phantastischer und in Kombination mit der Livemusik, war es einfach wunderbar, diesen Klassiker noch einmal bewundern zu dürfen. Besonders die musikalische Untermalung der Szenen mit dem Wettlauf des Seuchenschiffes und Hutter war sehr gut. Mit dem Schlagzeug wurden einige Sequenzen gar hörspielartig unterlegt und die Stromgitarre entpuppte sich als nostalgisch und progressives Versatzstück zugleich. 
Zum Film selbst muss ich sicherlich keine Worte mehr verlieren. Ein Meisterwerk und Wegbereiter des phantastischen Films. Murnau ist einfach ein Großmeister seines Faches und es ist mehr als bedauerlich, dass über neun seiner Filme als verschollen gelten, bzw. nur fragmentarisch erhalten sind.
Überhaupt kann es den Veranstaltern nicht hoch genug angerechnet werden, so einen doch eher riskanten Streifen aufzuführen und wie man den Aussagen entnehmen kann, wird dies wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass im Studio-Filmtheater ein Stummfilm lief.
Einzig ärgerlich war das viele Gelächter im Publikum. Offensichtlich waren einige mit dem Stummfilm, und dem damit inhärent expressiven Schauspiel der Darsteller, überfordert. Max Schreck als Nosferatu ist nicht witzig! Das ist ein verdammter Horrorfilm, auch wenn die antik wirkenden Effekte mit den konventiellen 0815-Sehgewohnheiten des normalen Kinogängers brechen. Ein bisschen mehr Respekt wäre da doch angebracht. Aber seis drum, mit den gekauften Kinokarten werden solche Veranstaltungen zumindest am Leben erhalten und dann muss man dümmliches Gelächter einfach ertragen. Leute lachen schließlich auch über Mario Barth. Zum Glück war die Akustik der Livemusik hinreichend laut, dass man nicht allzu oft das Gekicher wahr nahm.
Der einzige Feind des Filmnerds im Kino ist und bleibt der Mensch ;-)
Trotzdem war der Abend sehr gelungen, die 12€ waren nicht fehlinvenstiert und ein kurzer Plausch mit Peter Weise war auch noch drin.
Schöne Sache und wer beim Lesen Bock auf Stummfilme bekommen hat, der möge sich den dritten Podcast anhören, in dem ich neben "Nosferatu" auch über "Die Reise zum Mond" (1902), "Häxan" (1921) und "Körkarlen" (1921) rede.

Mittwoch, 14. März 2012

Zombiebunker Podcast #6

Heute über: Sternenkrieg im Weltall, Zinksärge für die Goldjungen, Galerie des Grauens, Gigant des Grauens, Die Bronx-Katzen, Black Mama White Mama, Suspiria, Inferno, Roger Corman Doku, Arte, ZDFkultur, I Walked With A Zombie.
Soundcloudlink
Podbeanlink
Oder wie immer bei iTunes im Feed.
Viel Spaß!

Donnerstag, 8. März 2012

Interview mit Subkultur Entertainment 2012

Es ist schon ein paar Tage her, seit wir das letzte Interview geführt haben. In der Zeit ist viel passiert und daher dreht sich das Interview natürlich um aktuelle Veröffentlichungen und Geplantes sowie Hintergründe zur Entstehung vergangener . Da gerade sehr viel passiert, emsig an den neuen Ankündigungen gewerkelt wird, bin ich selbstverständlich froh, dass es geklappt habt. Viel Spaß beim Lesen.


Zombiebunker: Moin moin! Nach dem letzten Interview sind fast 1,5 Jahre und 10 Veröffentlichungen vergangen. Die Grindhouse Collection und die Drive-In Classics laufen prima. Was hat dich in dieser Zeit am meisten überrascht?

Subkultur Entertainment: Überrascht war ich von deiner erneuten Interviewanfrage und dem noch anhaltenden Interesse an Subkultur. Es gab Höhen und Tiefen während dieser Zeit, da kann mich eigentlich nichts mehr überraschen.  

Z: Inwiefern hat sich die Arbeit mit Subkultur Entertainment im Gegensatz zum Beginn verändert? Habt ihr noch Zeit zum Schlafen?

SE: Am Anfang war es eine Menge Chaos. Alles war neu und viele Probleme tauchten auf, die man als Frischling nicht unbedingt wissen kann, aber aus denen man sehr schnell gelernt hat. Mittlerweile geht es mehr oder weniger Hand in Hand und jeder Beteiligte hat seinen Aufgabenbereich. Das macht es einfacher und es erlaubt auch nebensächliche Dinge, wie z.B. das Schlafen.

Z: Was lief nicht so toll in der vergangenen Zeit? Gab es bei einigen Projekten besondere Probleme bzw. musstet ihr gar eine Veröffentlichung verwerfen?

SE: An wirklich gravierende Probleme kann ich mich nicht erinnern, aber alles birgt seine Tücken. Es gibt viele Dinge, die einen nicht wirklich überraschen, aber die für Verwunderung sorgen.  

Z: Auf welche Veröffentlichung bist du besonders stolz und warum?

SE: Auf alle. Sie sind alle mühevoll entstanden und jede einzelne DVD kann ihre eigene Geschichte erzählen. Da gibt es keine ganz besondere Scheibe.

Z: Was war das Verrückteste, was du im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung erlebt hast?

SE: Verrückt ist eigentlich das falsche Wort, doch wirklich verrückt ist die Resonanz auf "Sexualrausch". Dieser „Film“ war ein heißer Kandidat, da er polarisiert. Man liebt ihn oder man kann nichts mit ihm anfangen. Dazwischen gibt es nichts. Während in den Internetforen teilweise Sprachlosigkeit und Abscheu erwidert wurde, prasseln täglich E-Mails auf uns ein, die alleine nur diesem Film gewidmet sind. Das ist schon etwas merkwürdig, aber natürlich auch erfreulich.  

Z: Während der Arbeiten an den Streifen wurden auch immer mal wieder Interviews von euch produziert. Wie muss man sich solch eine transatlantische Zusammenarbeit vorstellen? Wie hoch ist der Stellenwert solcher Produktionen für eure Veröffentlichungen?

SE: Na ja, wir hecken die Ideen gemeinsam mit Elijah Drenner aus, der im Endeffekt auch die Idee dann in die Tat umsetzen muss. Es macht eine Menge Spaß, Beteiligte ausfindig zu machen und ihren Erinnerungen eine Plattform zu bieten. Meistens klappt das auch ganz gut, bis auf wenige Ausnahmen, wo einfach keinerlei Interesse besteht. Wichtig ist uns einfach, jedem Film ein kleines Treatment zu geben und solange wir das verwirklichen können, machen wir das auch. Nicht alles ist umsetzbar, da einige Dinge wirklich immens das Budget sprengen würden, aber bisher wurde immer ein wunderbarer Kompromiss gefunden, der im Ergebnis wunderbar funktionierte.  

Z: Der Corma-Film "Gesandter des Grauens" war mit 500 Einheiten der erste Titel der Drive-In Classics. Mittlerweile ist diese Veröffentlichung zu einem begehrten Sammlerstück geworden. Eigentlich doch schade, dass man davon nicht mehr bringen konnte, oder?

SE: Natürlich ist es schade, aber wenn nicht mehr möglich ist, ist eben nicht mehr möglich. Da kann man noch so schimpfen oder Trübsal blasen, aber wir haben nur die Menge produziert, die wir produzieren durften. Dass es so stark losgeht, konnte ja keiner wirklich vorhersehen.

Z: Bleiben wir bei "Gesandter des Grauens" - da hat Mike Siegel einen fantastischen Audiokommentar beigesteuert. Werden wir ihn irgendwann noch einmal wiedersehen bzw. -hören?

SE: Wenn es in beide Terminkalender passt, wird Mike in Zukunft mit Sicherheit wieder dabei sein. Aktuell hoffe ich auf seine erneute Beteiligung bei einem Film, da es in seinen Wissensbereich fällt. Vielleicht klappt es ja.

Z: Apropos Audiokommentar. Da haben wir ja mittlerweile auch schon einige Personen erleben dürfen, von Jörg Buttgereit über Kai Nowak bis hin zu Pelle Felsch oder Christian Kessler. War es einfach, die Genannten für einen Audiokommentar zu begeistern?

SE: Es muss ja immer passen. Wenn ein Kommentator keinerlei Interesse an dem Film hat, lohnt es sich nicht, einen aufzunehmen, da das Ergebnis eben genauso desinteressiert klingen würde. Generell schwer ist es nicht, die Leute zu bekommen, aber es ist generell mal gar nicht so einfach, einen Audiokommentar zu verwirklichen. Das stellen sich viele zu leicht vor. Mal eben jemanden vor das Mikro setzen ist nicht sonderlich schwer, aber es muss eben zwischen Film und Sprecher harmonieren. Tut es das nicht, kann man es direkt sein lassen. Ein Audiokommentar nur des zusätzlichen Extras wegen ist nicht unser Plan.

Z: In der Grindhouse Collection darf sich ja der Zuschauer das sprichwörtliche Bahnhofskinoticket ziehen und wird mit Trailern und Werbung verzaubert. Nach welchen Kriterien sucht ihr die Trailer aus und wer kam auf die verrückten Ideen für die Werbung?

SE: Die Trailer spiegeln das wider, was die Kinogänger damals auch erlebt haben. Sex, Crime und eine Menge Gewalt. Je obskurer, umso besser. Die Werbeclips sind Ideen unseres Studios. Die Jungs haben viel Spaß daran, die Sau rauszulassen und das tun sie auch. Krebs-Zigaretten war noch eine gemeinsame Idee, doch ab dem süffigen Tourettinger haben sie gemacht, was sie wollten und das ist auch gut so.  

Z: Was ich mich schon immer gefragt habe: Wo habt ihr den Spot zu den Femizid-Handschuhen gedreht? Seid ihr in eine Zeitmaschine gestiegen oder habt ihr Rentner für diese geniale Location belästigen müssen?

SE: Die Location existiert exakt so auch heute noch. Wo das ist und wer die Drehgenehmigung gab, wird aber nicht verraten.  

Z: Was ist eigentlich aus Trudi Gimpel geworden? Gab es Probleme mit dem Gesundheitsamt?

SE: Trudi ist in Rente. Kurz vor dem Führungswechsel hat sie es noch mal krachen lassen. Du weißt schon, ins Essen der Gäste gespuckt, in den Kaffee gestrullert und solche Sachen. Ob Gisela so lange durchhält, weiß ich nicht. Trudi war lebensfroher und hat nicht alles so ernst genommen, worüber sich die Kunden beschwert hatten.  

Z: Zurück zu den ernsthaften Themen. Die Edition Deutsche Vita wird dieses Jahr ihren Startschuss mit der Special Edition von "Zinksärge für die Goldjungen" erhalten. Wann wird das sein und welche Titel sind in dieser Reihe vorerst außerdem noch geplant?

SE: Wann es ist, kann ich nicht sagen, da FilmArt das Projekt betreut. Vielleicht liegt die DVD ja schon vor uns, wenn du das Interview hier veröffentlichst. Die nächsten Titel sind ja schon bekannt. „Wenn es Nacht wird auf der Reeperbahn“ und „Fluchtweg St. Pauli“ kommen danach und befinden sich in Vorbereitung. Was noch kommt, verrat ich nicht, da erst mal die ersten ihren Weg ins Regal finden sollen.

Z: Mit "Sternenkrieg im Weltall" begebt ihr euch erstmals nach Asien. Was gibt es zu dieser Veröffentlichung zu sagen und dürfen wir noch mehr Filme aus diesem Bereich erwarten?

SE: Sternenkrieg wird eine sehr schöne VÖ werden. Da steckt viel Ehrgeiz drin und ich glaube, das sieht man dem fertigen Produkt auch an. Aus dem asiatischen Bereich kommt sicherlich noch mehr, doch ich will nicht zu viel sagen, da diese DVDs enorm viel Zeit beanspruchen.  

Z: Bisher kennen wir von euren Veröffentlichungen die edlen Schuber und die Amaray als Standardumverpackung. Wollt ihr da in Zukunft auch mal auf neuen Pfaden wandern oder bleibt ihr euch treu?

SE: Der Drive-In-Schuber ist eine Sonderanfertigung und ziemlich teuer in dieser Auflagenstärke, daher wird es den nur bei den Drive-Ins geben. Andere Verpackungsarten werden aber auch kommen, das ist sicher, jedoch legen wir uns da eher kurzfristig fest.

Z: Die Grindhouse Collection neigt sich dem Ende, wird es noch einmal eine Serie von euch geben, die wir in einer schicken Box sammeln können? Welche Genres stehen in Zukunft auf der Speisekarte?

SE: Es ist eine Box in Planung, aber vielleicht wird das Konzept auch gekippt und wir bringen die dafür gedachten Titel einzeln. Schaun wir mal. In Zukunft erscheint ebenfalls das, was Spaß macht. Ich will da gar nicht so viel erzählen, denn dann tut es nicht weh, wenn es nichts wird, da nie jemand davon wusste.

Z: Vor Kurzem habt ihr bekannt gegeben, dass die Bronx-Katzen überraschend von euch in HD veröffentlicht werden. Wie kam es dazu? Wird diese Blu-Ray auch ein Lackmustest für weitere HD-Veröffentlichungen von Klassikern sein?


SE: Entgegen vielen Behauptungen haben wir uns ja nie gegen eine BluRay ausgesprochen. Ursprünglich waren zwei andere Titel als Startschuss vorgesehen, aber da entpuppte sich das versprochene HD Master als Upscale und wir haben es gelassen. Die Katzen sind ein kleines Projekt, wo extrem viel investiert wurde und noch wird. Wir produzieren eine Doku, die ca. 60 Minuten laufen wird und weitere Extras sind aufgetaucht, weshalb schon die Ausstattung ein Premium-Projekt wird. Das HD Master ist das kleine Sahnehäubchen, was bei Lizenzierung des Titels nicht mal spürbar in der Nähe verweilte. Und weil die Arbeit an dem Film und mit Jack Hill so unheimlich Spaß macht, wurde der Titel nun auserwählt. BluRay ist immer ein Thema und wenn es einen potenziellen Titel gibt, wird es nicht nur bei einer bleiben.

Z: Stichwort "Planet der toten Seelen": Dort habt ihr eine ebenfalls überraschende Kooperation mit Anolis angekündigt. Wie kam es dazu und wird es so etwas auch in Zukunft geben? Wie ist der derzeitige Stand hinsichtlich der Veröffentlichung?

SE: Beide Firmen haben den Film gleichzeitig lizensiert (ja, so was ist möglich) und da es zwei verschiedene Filmfassungen gibt, haben wir uns zusammengetan und produzieren die DVD gemeinsam. Erscheinen wird der Film als Doppel-DVD in den „Drive-In Classics“. Wann er erscheint, kann ich jedoch nicht beantworten, da sowohl Anolis als auch wir bis zum Hals in Arbeit stecken und andere Titel ganz einfach Priorität haben.

Z: Momentan darf man sich als Freund klassischer Genrefilme nicht gerade über einen Mangel an Veröffentlichungen beklagen. Unter anderem euch ist es ja zu verdanken, dass sie sich so gut etablieren konnten. Es springen mittlerweile aber auch andere auf den Zug auf. Seht ihr das als Bereicherung an, als Konkurrenz, um noch bessere Produkte abzuliefern? Oder besteht auch die Gefahr, dass die Welle, die durch die bisher qualitativ immer hochwertigen Veröffentlichungen erzeugt wurde, von lieblosen Outputs geschädigt werden könnte?

SE: Ob da eine Gefahr besteht, kann ich nicht beurteilen. Der Markt reinigt sich zwangsläufig immer selbst und die Zeit wird zeigen, ob eines Tages kein Interesse an solchen Produkten mehr herrscht. Rein persönlich sehe ich nur dann Konkurrenz, wenn jemand schamlos unsere Arbeiten 1:1 kopiert, aber das ist ja nicht der Fall. Wir haben das Rad ja auch nicht neu erfunden und ebenfalls unsere Vorbilder, daher sehe ich es eher gelassen. Wir kümmern uns um unsere Produkte, da diese genug Zeit beanspruchen. Schlussendlich ist es aber immer der Endkunde, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Wenn andere Produkte ebenfalls gefallen, dann hat der Filmfan doch nur gewonnen.

Z: Ich werde ja nicht müde zu erwähnen, was für ein Teufelskerl euer Grafiker ist. Bei jeder neuen DVD darf man sich über wunderschöne Plakatmotive auf den Covern freuen, die aber trotzdem besonders stimmungsvoll bearbeitet werden. Ist das mittlerweile schon euer Stil, der sich von anderen Genreveröffentlichungen unterscheidet?

SE: Na ja, Benny macht schon einen tollen Job, aber er hat die Plakatmotive ja nicht entworfen. Wir versuchen, bei jeder Veröffentlichung auf Originalmotive zurückzugreifen und zu fast jedem Film gab es verschiedene internationale Motive, die dann auch Verwendung finden. Es gibt aber auch Härtefälle, wie z.B. die Nummer 6 der „Drive-In Classics“, wo weltweit gar nichts bzw. nur großer Müll zu finden ist. Da haben wir ein Motiv von Rainer Engel zeichnen lassen, um überhaupt etwas zu haben und das Ergebnis sieht beinahe aus wie ein Originalmotiv, stammt aber aus 2012.

Z: Zuletzt kam von euch "Sexualrausch", ein völlig abgedrehter Film. Zu welchem Getränk würdest du jemandem raten, der ihn das erste Mal sieht?

SE: Wasser! Alles andere würde die Wirkung des Films verfälschen. Danach vielleicht einen doppelten Espresso, um das Gesehene zu verarbeiten.

Z: Lasst ihr euch von Filmvorschlägen der Filmfans inspirieren und seid ihr so schon einmal auf einen Titel gestoßen, den ihr gar nicht auf dem Zettel hattet, es sich aber lohnen würde, ihn zu bringen?

SE: Wir lesen die Vorschläge und es sind einige sehr interessante Dinge dabei. Doch bisher gab es nur einen einzigen Vorschlag, der uns wirklich dazu veranlasst hat, dafür zu recherchieren. Bisher zwar ohne Ergebnis, aber so schnell wird nicht aufgegeben.

Z: Als wir das letzte Mal das Interview führten, hast du davon gesprochen, was für eine harte Arbeit euer Restauratorenteam zu leisten hat. Speziell bei "Gesandter des Grauens" musste ja viel getan werden. Wurden die Arbeiten danach entspannter oder gab es noch einmal viel zu bewältigenden Aufwand bei einer anderen Veröffentlichung?

SE: Lass mal im Studio die Worte „Sternenkrieg im Weltall“ fallen und schau, was passiert! Japanische Filme, die in Deutschland schon mal eine Veröffentlichung spendiert bekommen haben, sind ein Mysterium für sich. Man kann quasi im Vorfeld schon sicher sein, es mit mindestens 2 verschiedenen Fassungen zu tun zu haben, doch „Sternenkrieg“ hatte stolze 4 Fassungen, die sich (weil es so schön fies ist) lediglich im Framebereich unterscheiden. So was sieht man erst, sobald alles auf dem Tisch liegt. Dem Studio wurde noch nicht verraten, dass es für den nächsten japanischen Film 4 internationale Kinofassungen gab und zusätzlich noch 3 verschiedene Videofassungen.  

Z: Okay, wollen wir mal eine Runde "Wünsch dir was" spielen. Wenn du nur einen einzigen Film veröffentlichen könntest und Lizenzen keine Rollen spielen würden: Welchen Film würdest du rausbringen und warum?

SE: DER KLEINE HOBBIT !!! Warum? Ich will mal Geld verdienen.

Z: Was habt ihr sonst noch so für dieses Jahr geplant? Halten sich die Verkäufe eigentlich stabil, sodass erst mal mit dem vorläufigen Fahrplan weitergemacht werden kann oder muss man sich Sorgen machen?

SE: Dieses Jahr beginnt ein neues Projekt, welches sich mal nicht so sehr auf die Nische konzentriert, sondern sich allgemein dem Schwarz-Weiß-Film widmet. Darauf freu ich mich schon ziemlich und hoffe, den Käufern gefällt es auch, wobei die meisten davon sicherlich nicht in Internetforen anzutreffen sind. Man wird sehen. Sorgen mach ich mir immer, denn der Markt ist überschaubar und jeder Titel birgt Risiken, die sehr weh tun können.  

Z: Was war das schönste Kompliment, das einer eurer Outputs gemacht wurde?

SE: Hui, da fragst du was. Explizit zu einem einzigen Titel kam bisher eigentlich nichts. Positive Reviews, zufriedene Kunden und leere Händlerregale sind aber ein schönes Kompliment.

Z: Dann möchte ich mich recht herzlich für das Interview bedanken, wünsche euch auch weiterhin viel Erfolg und Schaffenskraft bei den Scheiben!  

SE: Bis nächstes Jahr?

Z: Spätestens!

2 neue Titel von Subkultur "Galerie des Grauens" und "Sternenkrieg im Weltall"

Geschäftiges Treiben bei unseren Label-Lieblingen. Mit "Uchû kara no messêji" ("Sternenkrieg im Weltall"- 1978) erscheint der erste Teil der neuen Toei-Reihe! Im Digipack mit schönem Design in der ungekürzten japanischen Originalfassung und der rekonstruierten deutschen Kinofassung. Als Extras werden die Dokumentation "Message from Earth", der japanische und deutsche Originaltrailer,  eine Bildergalerie, ein Audiokommentar mit Jörg Buttgereit und Pelle Felsch sowie ein achtseitiges Booklet enthalten sein. Das passt natürlich nicht auf eine Scheibe, deswegen wird es eine Doppel-DVD. Limitiert ist "Sternenkrieg im Weltall" auf 2000 Stück.
Ich als Japanoskeptiker fasse das natürlich mit gemischten Gefühlen an, aber vertraue den Jungs von Subkultur hier, einen Kracher unters Volk bringen zu wollen.

Aber das war nicht die einzige Ankündigung heute. Die Drive-In Classics gehen in die sechste Runde! Es kommt "Dr. Terror's Gallery of Horrors" ("Galerie des Grauens" - 1967) mit unser aller Lieblingswerwolfdarsteller Lon Chaney Jr.. Als Extras bekommen wir eine Featurette: John Carradine – Galerie eines Schauspielers, die Nostalgiefassung, eine Bildergalerie und ein achtseitiges Booklet. Den Schuber schmückt ein exklusives Coverartwork von Rainer F. Engel. Limitiert ist "Galerie des Grauens" auf 1000 Stück. Ein Veröffentlichungstermin steht schon fest: Freitag, der 13. April 2012. YEAH!